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Samstag, 29.06.2013 Lokalnachrichten - OM & Region

Zerleger stehen auf der Straße

Von Heinrich Kaiser

Cloppenburg. Nach der Insolvenz der Personalverleihfirma SR Service aus Cloppenburg stehen rund 80 Arbeiter aus Osteuropa und Nigeria ab heute womöglich auf der Straße. Der Inhaber von vier Häusern, in denen die Zerleger wohnen, hat angekündigt, sie heute vor die Tür zu setzen. Gleichzeitig bietet er ihnen Geld an, um sofort die Heimreise anzutreten. Das bestätigte er gestern auf Nachfrage der MT.

Der Cloppenburger Geschäftsmann hat Häuser an der Osnabrücker Straße in Stapelfeld, in der Pastor-Covers-Straße in Cloppenburg sowie in der Ortsmitte von Cappeln an SR Service vermietet. Für die ehemalige Pizzeria in Cappeln soll er fast 5000 Euro Kaltmiete, für das Haus in Stapelfeld sogar 6000 Euro im Monat kassieren. Die beiden Häuser wurden zeitweise von je 20 bis 30 Arbeitern bewohnt. Das Problem: Weil SR Service in Geldnot geraten ist, wartet der Vermieter seit zwei Monaten auf sein Geld. Gestern suchte er daraufhin die Werkvertragsarbeiter in ihren Unterkünften auf und verlangte, dass sie bis heute Mittag 12 Uhr die Häuser verlassen.

Gegenüber der MT erklärte der Hausbesitzer, dass sich die Mietrückstände auf „Zigtausende Euro“ belaufen. Am 1. Juli, also Montag, seien zwei Monate um, in denen keine Miete gezahlt wurde.

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  • Mike Mischo | 29.06.2013, 13:25 Uhr
    Es ist 11 Jahre her dass Armin Peters sein Buch "Die Fleischmafia" veröffentlichte. 11 Jahre in denen nichts geschah. Die Gewerkschaften wiesen immer wieder darauf hin wie die Beschäftigungsverhältnisse sind aber sowohl in Hannover als auch in Berlin wurde immer wieder herunter gespielt. Deutschland wird seit über 20 Jahren von Nachbarländern als Drittweltland in der Entlohnung der Fleischbranche bezeichnet - zurecht. Olaf Lies setzt momentan einen harten Kurs gegen die Unternehmen an - ihn sollte man jetzt unterstützen damit er in der Landesregierung und im Parlament nicht zu viele Widersacher hat. Sonst wird sich gar nichts ändern.
  • Andreas Böhning | 29.06.2013, 09:45 Uhr
    Zerleger stehen auf der Strasse....

    Diese Aktion hat wohl Methode, die derzeitigen Werkvertragstätigen und die Betreiberfirmen, wollen die Zerleger aus der Schussline bekommen, um evtl. Ermittlungen der zuständigen Behörden zu erschweren.

    Zu den Mietpreise fällt mir nur ein, Wucher ist gelinde gesagt, noch ein harmloser Ausdruck.
    Der Mietpreisspiegel für Cloppenburg sagt aus, für den Quadratmeter sind ca. 7 € zu entrichten, bei einer Neubauwohnung.
    Natürlich möchte jeder größtmöglichen Gewinn erzielen, aber bitte nicht auf Kosten der Menschenwürde.

    Mit an Sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit, sitzen in Ungarn, Rumänien oder sonstwo, schon die nächsten Werkvertragsarbeiter auf gepacken Koffern, zur Abreise ins gelobte Land.

    Die Firmegeflechte, der beteiligten Firmen, sollten genauestens von den zuständigen Behörde, überpruft werden.

    Meiner Meinung nach, ist die Einführung eines flächendeckenden Mindeslohnes unumgänglich, sowie eine ständige Kontrolle über die einhaltung der Standarts.

    Da in diesem Thema viele Aspekte zu berücksichtigen sind, ist das Angebot einiger fleischverabeitenden Betriebe wohl ein Hohn, in Deutschland arbeitenden Menschen, nach den Standarts des Herkunftlandes zu bezahlen.

    Da kann man schon fordern, gleiche Lohn, für gleiche Arbeit.

    Niemand, aber auch niemand, geht in ein anderes Land ( mit relativ guten Löhnen), um dort zu Arbeiten und dann bezahlt zu werden wie Zuhause.

    Ein Eingriff der Bundesregierung ist dringenst erforderlich, um diese Chaos zu beseitigen.

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