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Donnerstag, 24.11.2016 Lokalnachrichten - OM & Region

92.000 weitere Puten werden getötet (Update)

92.000 weitere Puten werden getötet (Update)
Foto: dpa

Von Matthias Bänsch

Harkebrügge. Der Landkreis Cloppenburg ergreift nun weitere Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung der Geflügelpest zu verhindern. Die 16.000 Puten aus dem betroffenen Stall in Harkebrügge sind bereits getötet und beseitigt worden. Doch dabei soll es nicht bleiben: Im näheren Umfeld des Stalls liegen noch zwei weitere Höfe. Die dort lebenden 92.000 Tiere sollen nun ebenfalls sicherheitshalber getötet werden. Das hat der Landkreis am Donnerstagvormittag mitgeteilt. Die Tötung und Beseitigung der Puten solle kurzfristig erfolgen.

Diese Ankündigung stößt auf Kritik seitens des Deutschen Tierschutzbundes. Dort wird von der vorsorglichen Tötung von 92.000 Tiere nichts gehalten – und man warnt vor „übereilten Entscheidungen". „Die vorbeugende Tötung nicht nachweislich infizierter Tiere ist aus Tierschutzsicht klar abzulehnen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Bis sicher ist, ob eine Infektion tatsächlich erfolgte oder nicht, sollten zunächst nur Sicherheitsmaßnahmen angeordnet werden. Statt „solcher Panikaktionen" sollten die Landwirte nach Ansicht des Tierschutzbundes zu noch strikterer Einhaltung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen angehalten werden. Der Tierschutzbund sieht ein generelles Problem in der Massentierhaltung: „Da Geflügel heutzutage in riesigen Beständen gehalten wird, sind die Auswirkungen von Tierseuchenausbrüchen immer dramatischer – besonders in Regionen mit sehr hoher Tier- und Betriebsdichte, wie in Cloppenburg."

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer wiederum verteidigte am Donnerstag im Landtag die Tötung der Tiere: „Die jetzt zu erfolgenden Maßnahmen sind zur Eindämmung der Tierseuche unerlässlich." An die Umwelt- und Tierschutzverbände gerichtet sagte Meyer: „Weder die industrielle Massentierhaltung – an der es zu Recht viel zu kritisieren gibt – ist an der Vogelgrippe schuld, noch sind jetzt wilde Zugvögel per se als kriminelle Gefährder anzusehen."

Die Tötung der 92.000 Puten sei erforderlich, um andere Tiere zu schützen. Unter Applaus einiger Abgeordneter im Landtag lobte der Landwirtschaftsminister die Arbeit des Krisenstabes im Landkreis Cloppenburg – niedersachsenweit sei der Landkreis bei der Tierseuchenbekämpfung bestens aufgestellt.

In dem Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern liegen 75 Geflügel haltende Betriebe mit 270.000 Tiere. In dem Beobachtungsgebiet mit einem Radius von zehn Kilometern sind sogar 134 Betriebe mit 885.000 Tieren betroffen. Für das Sperr- und Beobachtungsgebiet gilt, dass gehaltene Vögel, Säugetiere, Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte wie Mist und Gülle weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden dürfen.

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