Die Sparspülung kann teuer werden
Zu wenig Wasser führt zu Verstopfung

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Von Angelika Hauke

Kreis Cloppenburg ­ – Das Abwasser steht in der Spüle, stinkt und gluckert, alle Becken im Haus sind dicht, nichts läuft mehr ab. Rohrreiniger und Reinigungsspirale bringen keinen Erfolg, denn der Pfropfen sitzt draußen im Abflussrohr. Eine Ursache für den Stau kann die Sparspülung sein. „Fließt dauerhaft nur wenig Wasser durch die Rohre, werden sie manchmal nicht richtig durchgespült und können verstopfen“, sagt Fritz Strop, Innungmeister für Sanitär-, Klima- und Klempnertechnik aus Cloppenburg.

Mit steigenden Preisen kam die Sparspülung auf. Man schont aufwändig aufbereitetes Trinkwasser, indem man für das Toilettenspülen weniger Wasser verwendet.

Ob Neu- oder Altbau: Um den ärgerlichen Rückstau zu vermeiden, sollte in jedem Fall in regelmäßigen Abständen gut durchgespült werden. „Eine vorbeugende Vollwasserspülung ist immer besser, als Chemie ins Becken zu gießen“, rät Strop. „Rückstände können versteinern und damit das Gegenteil bewirken.“ Am besten sei es, ab und zu zwei Toiletten gleichzeitig kräftig zu spülen.

Eine andere Möglichkeit: Alle Becken einschließlich der Badewanne volllaufen lassen und dann gleichzeitig entleeren. Strop: „Das widerspricht zwar dem Prinzip der Sparspülung, beugt aber der Rohrverstopfung vor.“

Denn die Fallrohre und Zuleitungen zur Kanalisation sind auf eine bestimmte Wasser-Durchflussmenge ausgerichtet. Diese ist nötig, um den Unrat vollständig und auch weit genug zu spülen. Kommt zu wenig Wasser, können feste Teile und Toilettenpapier in der Kanalisation steckenbleiben und zur Verstopfung führen. In jedem Fall aber bilden sich mit der Zeit Ablagerungen, die das Fallrohr zusetzen und es in absehbarer Zeit dicht machen.

Häufig lagern sich mit der Zeit Kalkreste und Schmutz in den Rohren ab. Das kann mehrere Jahre gutgehen, aber irgendwann ist das Maß voll und es kommt zu einer Rohrverstopfung. Das Beheben einer solchen Verstopfung ist dann besonders aufwändig und damit teuer.

Verzichten werden sollte allerdings nicht auf den Einbau von Sparspülern, rät Strop. Statt neun Liter verbrauchen die neuen Anlagen nur 4,5 bis sechs Liter. Bewährt hätten sich auch Wassersparer in Duschen oder Küchen. „Die arbeiten nach dem Prinzip: So viel Wasser wie nötig, aber so wenig wie möglich verbrauchen.“ Das rechne sich auf Dauer schon.

Verzichten sollte man auf überlieferte Hausmittel wie zum Beispiel Kaffeesatz in den Abfluss kippen. Es wirkt nicht, wie erhofft, wie Schmiergelpapier, sondern hat den gegenteiligen Effekt. In einer Untersuchung der Zeitschrift „Ökotest“ wurde Kaffeesatz verwendet, um das Rohr so richtig schön zu verstopfen. Bei dem Test kam auch außerdem heraus, dass die chemischen Rohrfrei-Keulen nur sehr bedingt wirken.

Also: Besser nichts in den Ausguss kippen, was nicht hineingehört, weder Essensreste (inklusive Kaffeesatz) noch flüssiges Bratfett. Und ab und zu heißes Wasser als Fettlöser hineinschütten.